Philographies - Der Brunnen des Satyr (1992) |
Philographies |

| Angst habt Dir und duckt Euch nur. Statt der Freude und der Liebe verlässt man seine Lebensschnur. Als wenn die lustgen Triebe, |
ob der Spannung gleich zerspringen. Warum bloss kommt der Mensch nicht frei? Weswegen lässt er sich nur zwingen in der Lüge Konterfei, |
| verhindern dieses eine Glück. Wohl was erntet die Verzagte; ist sie noch aus einem Stück? Oder ist das Nichtgewagte, |
um nicht zu begreifen: Wir sind es die leiden. Aber auch, die ängstlich wachen und des Daseins Drang verkleiden anstelle wir, die Schwachen, |
| doch am Ende eine Qual? Für die Seele nichts als Folter, für den Geist nur mehr noch schal. Und der Körper ist als wollt er, |
uns erkennen im Satyr. Denn Freiheit muss nicht schrecklich laben und die Leidenschaft nicht irr, sofern wir aller Liebe Gaben, |
| fühlen als den grossen Gott. |